{"id":2870,"date":"2020-11-16T09:55:21","date_gmt":"2020-11-16T09:55:21","guid":{"rendered":"https:\/\/mindmuseum.at\/?p=2870"},"modified":"2021-02-05T10:16:31","modified_gmt":"2021-02-05T10:16:31","slug":"von-masken-lernplattformen-und-geschenken-unter-fenstern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mindmuseum.at\/index.php\/2020\/11\/16\/von-masken-lernplattformen-und-geschenken-unter-fenstern\/","title":{"rendered":"Von Masken, Lernplattformen und Geschenken unter Fenstern"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"2870\" class=\"elementor elementor-2870\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-9709f6c elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"9709f6c\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-65f1cda\" data-id=\"65f1cda\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c0fb8a6 elementor-drop-cap-yes elementor-drop-cap-view-default elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"c0fb8a6\" data-element_type=\"widget\" data-settings=\"{&quot;drop_cap&quot;:&quot;yes&quot;}\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<p>Mit meinem T\u00fcten-Eis in der Hand setze ich mich auf eine Bank und schaue mich um. Die Mundschutzmasken an den Menschen bringen mich zum Nachdenken. Anfang M\u00e4rz h\u00e4tte ich nie damit gerechnet, dass sich mein Leben so sehr ver\u00e4ndern w\u00fcrde.\u00a0 Alles begann an einem Wochenende Ende J\u00e4nner. Ich sa\u00df so wie der Rest meiner Familie auch am Esstisch. Mein Vater schaute sich auf seinem Handy die aktuellen Nachrichten an. Nach kurzer Zeit erz\u00e4hlte er uns, ein neues Virus w\u00e4re in China ausgebrochen. Ernst genommen habe ich es damals noch nicht wirklich. Im Internet steht immerhin vieles, das man nicht glauben soll. Am Tag darauf musste ich wieder in die Klinik. Jeden Tag wurde mir immer mehr \u00fcber das Corona-Virus angezeigt. Langsam wurde ich doch unsicher, was diese Sache anging. So viele starben daran, doch trotzdem machten sich s\u00e4mtliche Menschen in meiner Umgebung dar\u00fcber lustig. An jedem Wochenende berichteten mir meine Eltern von der Ausbreitung des Virus. Ich fing an, mir Sorgen zu machen.<\/p><p>Im M\u00e4rz ging ich nach langer Zeit wieder auf meine Schule. Trotz mancher \u00c4ngste und pl\u00f6tzlicher Stimmungsschwankungen war ich gl\u00fccklicher denn je, am Unterricht teilnehmen zu k\u00f6nnen, da ich lange Zeit krank gewesen war. Es machte mir Spa\u00df, neuen Stoff zu lernen. Das einzige Problem war, dass ich noch viel nachzulernen hatte. Nach zwei Wochen wurden die Schulen geschlossen. Das war die perfekte Gelegenheit f\u00fcr mich, etlichen Schulstoff nachzuholen. Und so sa\u00df ich oft den ganzen Tag in meinem Zimmer und lernte. Mein Tag begann f\u00fcr mich immer gegen sechs Uhr. Z\u00e4hneputzen, essen, mich umziehen und nach den Lernplattformen schauen. Dann war ich den ganzen Tag lang schulisch besch\u00e4ftigt. Vor dem Schlafengehen lernte ich jeden Abend um die 40 Vokabeln in Italienisch.<\/p><p>Am Anfang hatte ich Probleme mit den vielen Lernplattformen. Es gab so viele davon und jede funktionierte anders, doch nach nicht allzu langer Zeit hatte ich \u201eden Dreh raus.\u201c Und so verbrachte ich meine Zeit bis Ostern. In den Ferien war mir sehr langweilig. Alle Arbeitsauftr\u00e4ge waren erledigt, die Vokabeln konnte ich nur wiederholen.<br \/>Am Ostermontag wollte meine Familie meine Gro\u00dfmutter besuchen. So gingen wir mit Masken zu meiner Oma und stellten uns vor ihr Fenster. Wir hatten ihr Geschenke mitgebracht. Jedoch mussten wir feststellen, dass sie sich davor f\u00fcrchtete, n\u00e4her zum Fenster zu gehen. Wir lie\u00dfen die Sachen f\u00fcr sie auf dem Balkon zur\u00fcck und begaben uns wieder auf den Weg nach Hause.<\/p><p>Am ersten Tag nach den Ferien hatte ich Geigenunterricht \u00fcber Skype. Die Videoqualit\u00e4t war m\u00e4\u00dfig, der Ton verzerrt. Doch trotzdem habe ich die Stunde genossen. Ich teilte mir die schulischen Arbeitsauftr\u00e4ge mit einem Wochenplan besser ein. Am Abend hatte ich daher Zeit zum Zeichnen, Lesen oder zum Violine-\u00dcben. Der Kontakt zu den russischen Familienmitgliedern hat sich nicht sonderlich ge\u00e4ndert. T\u00e4glich f\u00fchrten wir untereinander Videotelefonate \u00fcber WhatsApp. Auch in Deutsch, Mathematik und Physik kommunizierten wir teilweise \u00fcber Videokonferenzen. Einmal durfte unsere Klasse sogar bei einem Online-Workshop zum Thema \u201eCorona und Fake-News\u201c teilnehmen. Ich fand den Vortrag sehr lehrreich und lustig. Au\u00dferdem konnte ich \u00fcber Skype meine Psychologin sehen. Zwischendurch habe ich mich eingesperrt gef\u00fchlt. So vieles wurde geschlossen. Eisgesch\u00e4fte, Einkaufszentren, Fu\u00dfballstadien, Parks, Kinderspielpl\u00e4tze und vieles mehr. Jedoch ist es den Menschen in L\u00e4ndern mit mehr F\u00e4llen viel schlimmer gegangen. Sie waren wie gefangen in ihren eigenen H\u00e4usern. Auch die Kinder und generell alle Menschen in Krankenh\u00e4usern taten mir leid. Sie konnten nicht raus und bekamen anfangs nicht einmal Besuche. Darum bin ich sehr dankbar, zu Hause sein zu d\u00fcrfen.<\/p><p>Nach zwei Monaten ging die Schule endlich wieder los. Am Eingang wurden die H\u00e4nde desinfiziert. Unsere Masken durften wir nur auf unseren Sitzpl\u00e4tzen ablegen, Abstand musste selbstverst\u00e4ndlich untereinander gehalten werden. Da die Klassen halbiert wurden, ist es viel leiser geworden. In den Pausen durften nicht alle gleichzeitig raus. Unserer Klasse ist das nur in der zweiten Pause erlaubt gewesen.<\/p><p>Da sitze ich nun mit dem restlichen Eis in der Hand. An alle Regeln muss man sich halten, in Panik geraten soll man aber nicht.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-707cb3b elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"707cb3b\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<p><a href=\"https:\/\/mindmuseum.at\/index.php\/category\/bibliothek\/\">Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht<\/a><\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit meinem T\u00fcten-Eis in der Hand setze ich mich auf eine Bank und schaue mich um. Die Mundschutzmasken an den Menschen bringen mich zum Nachdenken. Anfang M\u00e4rz h\u00e4tte ich nie damit gerechnet, dass sich mein Leben so sehr ver\u00e4ndern w\u00fcrde.\u00a0 Alles begann an einem Wochenende Ende J\u00e4nner. 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